{"id":851,"date":"2021-05-05T18:11:13","date_gmt":"2021-05-05T16:11:13","guid":{"rendered":"https:\/\/ubachner.de\/?page_id=851"},"modified":"2021-05-05T18:25:51","modified_gmt":"2021-05-05T16:25:51","slug":"reitausbildung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ubachner.de\/index.php\/reitausbildung\/","title":{"rendered":"Reitausbildung"},"content":{"rendered":"\n<p>Naturgem\u00e4\u00df l\u00e4uft ein Pferd ohne Reiter in freier Haltung mit erhobenem Kopf und viel Schubkraft aus der Hinterhand, denn als Fluchttier muss es m\u00f6gliche Gefahren fr\u00fchzeitig erkennen und ihnen ausweichen. Mit Reitergewicht muss es zus\u00e4tzlich Tragkraft von R\u00fccken und Hinterhand entwickeln, weil der Reiter auf seinem R\u00fccken hinter dem nat\u00fcrlichen K\u00f6rperschwerpunkt sitzt. F\u00fcr die Verlagerung des Schwerpunktes sollte die Hinterhand vermehrt unter die K\u00f6rpermitte treten, um mehr Last aufzunehmen. Der R\u00fccken muss f\u00fcr diese Belastung trainiert werden, damit das Pferd sich auch mit Reiter im Gleichgewicht bewegen kann. Durch die Kr\u00e4ftigung der gesamten Muskulatur, besonders von Hinterhand und R\u00fccken, kann es seinen Schwerpunkt zunehmend nach hinten verlagern, bis sich Pferd und Reiter in einer perfekten Balance befinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei\neiner ungen\u00fcgend trainierten Muskulatur werden fr\u00fcher oder sp\u00e4ter\nGelenke und Wirbels\u00e4ule durch die Belastung des Reitergewichtes\ngesch\u00e4digt.\nDer\nR\u00fccken des Pferdes wird\nwie eine freischwebende Br\u00fccke mit\nMuskelkraft in Spannung gehalten und\nben\u00f6tigt kein zus\u00e4tzliches Training, wenn er nicht durch Reiten\nbelastet wird.\nF\u00fcr das Pferd ist es deshalb einfacher, die Belastung des R\u00fcckens\nauszuhalten, wenn es die Vorder- und Hinterbeine aneinander ann\u00e4hert\nund den R\u00fccken aufw\u00f6lbt. Gleichzeitig\nwerden durch diese Haltung s\u00e4mtliche R\u00fccken- und Hinterhandmuskeln\ngedehnt, quasi\nals Voraussetzung f\u00fcr eine Vermehrung\nvon\nMuskelzellen. Erst nach einiger Zeit, wenn\nsich das Pferd mit\ndem ungewohnten Reitergewicht\nausbalancieren kann, ist\nseine Muskulatur stark genug, um minutenlang in eine Arbeitshaltung\ngebracht zu werden. Dabei tritt die Hinterhand vermehrt unter den\nSchwerpunkt, der\nWiderrist\nwird\nangehoben, der\nHals aufgerichtet und die Nasenlinie n\u00e4hert sich der Senkrechten.\nWenn\neinem\nPferd\nnicht erlaubt bzw. beigebracht wird, den R\u00fccken aufzuw\u00f6lben, den\nHals lang zu machen\nund den Kopf entsprechend tief zu halten,\nnimmt\nes eine Schonhaltung mit angespannter\nR\u00fcckenmuskulatur und\nverk\u00fcrzten G\u00e4ngen ein,\num das Reitergewicht zu tragen. Dann\nergibt sich\neine\nPseudo-Arbeitshaltung\nmit viel Handeinwirkung und ohne\nwirkliche Lastaufnahme der Hinderhand.\nZus\u00e4tzlich kommt es zu\nMuskelverspannungen und\nersten\n\u00dcberlastungen der Gelenk- und Wirbelstrukturen, die\nsich irgendwann\ndurch Schmerzsymptome\nund Rittigkeitsprobleme\n\u00e4u\u00dfern.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher\nsollte\njedes\nPferd, das regelm\u00e4\u00dfig\neinen Reiter tr\u00e4gt, ausreichend\ngymnastiziert werden, indem\ndie\nBauch-,\nR\u00fccken-\nund\nHinterhandmuskulatur\nerst\ngedehnt und dann gezielt kr\u00e4ftiger\nund tragf\u00e4higer\ngemacht\nwerden.\nGymnastizieren\nbedeutet, alle\ngro\u00dfen Muskelgruppen regelm\u00e4\u00dfig derma\u00dfen\nzu\nbeanspruchen, dass sie einen h\u00f6heren Dehnungsgrad erreichen und\ndurch die Neubildung von Muskelzellen mehr Kraft umsetzen k\u00f6nnen.\nDie\nBeweglichkeit\nbezieht\nsich zun\u00e4chst auf die L\u00e4ngsbiegung, die durch Reiten auf gebogenen\nLinien zu beiden Seiten gef\u00f6rdert wird. Mit wachsendem\nAusbildungsstand kann\nsich das Pferd auch\nmit dem nach hinten verlagerten Schwerpunkt ausbalancieren und\nin allen Gangarten Schwung, Kadenz und Tragkraft entwickeln.\nDamit\n\nMuskelgewebe\nzunimmt,\nmuss man das Pferd\nregelm\u00e4\u00dfig \u00fcber sein nat\u00fcrliches Bewegungsbed\u00fcrfnis hinaus\nbeanspruchen, also seine\nMuskulatur\nerm\u00fcden.\nGleichzeitig\nkann\nsich\nnur ein gen\u00fcgend\ngedehnter\nMuskel\nkraftvoll zusammenziehen, damit\nneue Muskelzellen gebildet werden.\nDa das Pferd vor allem lange R\u00fcckenmuskeln hat, muss\nsich sein Kopf unterhalb des Buggelenks befinden, um\neine effektive\nDehnungshaltung\nzu\nerreichen.\nIm\n\u00dcbrigen ist\nweder die\nnat\u00fcrliche Haltung mit frei erhobenem Kopf noch\ndie Arbeitshaltung\ngeeignet,\num\nausreichend\nMuskulatur\naufzubauen.\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Auch\nwenn man nur ausreiten m\u00f6chte, sollte\nman\nsein\nPferd regelm\u00e4\u00dfig gymnastizieren. Eine\nStunde Schritt am langen Z\u00fcgel ist\nf\u00fcr ein gut trainiertes Dressurpferd eine Erholung, bedeutet jedoch\nf\u00fcr ein nicht gymnastiziertes Freizeitpferd eine hohe Belastung des\nBewegungsapparates. Eigentlich\nist\neine\nuntertretende Hinterhand die erste Voraussetzung, dass\nein\nPferd seinen\nSchwerpunkt nach hinten verlagern und mehr\nLast mit den Hinterbeinen aufnehmen kann.\nWenn man\nihm\nnicht konsequent beibringt,\nmit der Hinterhand immer m\u00f6glichst weit vorzugreifen, wird\ndie Muskulatur\nnicht gen\u00fcgend gedehnt. Gleichzeitig ergeben\ns\u00e4mtliche Dressurlektionen keinen\nSinn, denn\nein\nPferd mit verk\u00fcrzten Tritten kann nicht vermehrt\nLast mit der Hinterhand aufnehmen. Wenn\nsich das Pferd beim Untertreten in die Vorderf\u00fc\u00dfe tritt, sollte\nnicht die Hinterhandaktivit\u00e4t begrenzt, sondern das Anheben von\nSchulter und Widerrist trainiert werden, z.\nB. durch Seiteng\u00e4nge.\nDurch\nReiten in tiefer Dehnungshaltung wird auch diese Muskulatur gedehnt,\nbis sie in der Lage ist, durch\nKontraktionen\ndie\nVorhand schneller abfu\u00dfen zu lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Naturgem\u00e4\u00df l\u00e4uft ein Pferd ohne Reiter in freier Haltung mit erhobenem Kopf und viel Schubkraft aus der Hinterhand, denn als Fluchttier muss es m\u00f6gliche Gefahren fr\u00fchzeitig erkennen und ihnen ausweichen. Mit Reitergewicht muss es zus\u00e4tzlich Tragkraft von R\u00fccken und Hinterhand entwickeln, weil der Reiter auf seinem R\u00fccken hinter dem nat\u00fcrlichen K\u00f6rperschwerpunkt sitzt. 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