{"id":240,"date":"2019-11-07T11:25:20","date_gmt":"2019-11-07T10:25:20","guid":{"rendered":"https:\/\/ubachner.de\/?page_id=240"},"modified":"2021-05-05T17:51:26","modified_gmt":"2021-05-05T15:51:26","slug":"bewegungsapparat","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ubachner.de\/index.php\/reiten\/pferdewerkstatt\/bewegungsapparat\/","title":{"rendered":"Was tun bei &#8230; R\u00fcckenproblemen und Lahmheiten?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>1. mehr Schrittbewegung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man ein Pferd mit orthop\u00e4dischen Problemen hat, kommt man um eine gro\u00dfz\u00fcgige Offenstall- oder Paddockboxenhaltung nicht herum. Es muss viel Schrittbewegung haben, damit der ganze Organismus optimal durchblutet, mit N\u00e4hrstoffen versorgt und von Abfallprodukten befreit wird. Das gilt auch f\u00fcr Sehnenprobleme, die man keinesfalls mit absoluter Boxenruhe angehen sollte. Grunds\u00e4tzlich kann ein gut trainiertes Pferd mit gen\u00fcgend Freilauf schwierige Bodenverh\u00e4ltnisse und dynamische Belastungen mit und ohne Reiter verletzungsfrei aushalten. Bei einem Sehnenschaden darf man die naturnahe Haltung nicht \u00e4ndern, sondern muss auf die Dauer vor allem den Trainingszustand verbessern. Anderenfalls wird ein Pferd mit orthop\u00e4dischen Problemen immer wieder R\u00fcckf\u00e4lle haben, weil nur trainierte Muskeln die Knochen, Gelenke und Bindegewebsstrukturen vor Verletzungen und Verschlei\u00df sch\u00fctzen. Genaugenommen sind Bewegungsmangel und muskul\u00e4re Defizite die Hauptursachen f\u00fcr Gelenkprobleme, die sich allerdings \u00fcber Jahre aufbauen und dann zu Schmerzen und arthrotischen Ver\u00e4nderungen f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Effektive Therapien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In\njedem Fall l\u00e4sst\nman das\nPferd m\u00f6glichst bald naturheilkundlich\nbehandeln, um Entz\u00fcndungsprozesse und arthrotische Ver\u00e4nderungen zu\nbegrenzen. An\nchronischen Gelenkver\u00e4nderungen sind grunds\u00e4tzlich\nAutoimmunprozesse beteiligt und\nmit einer Bioresonanztherapie\nkann\nman den\nZellstoffwechsel und damit die Versorgung des Knochengewebes\nregulieren.\nDurch die Sch\u00e4den am Bewegungsapparat, etwa durch \u00dcberforderung,\nHaltungsm\u00e4ngel oder Unf\u00e4lle, werden die umliegenden B\u00e4nder, Sehnen\nund Nervenbahnen st\u00e4ndig gereizt. Die\nmeisten Pferdebesitzer gehen jedoch\nbeharrlich\nvon Muskelverspannungen oder \u201eVertreten\u201c aus, obwohl l\u00e4ngst\narthrotische Ver\u00e4nderungen oder Bandscheibenprobleme vorliegen.\nBesonders bei Sehnenentz\u00fcndungen kann\nman im Akutfall viel\nmit\nNaturheilkunde erreichen,\nweil sie\ndann vollst\u00e4ndig (ohne Narben) regenerieren.\nBei\nHufrehe\nund deren Vorstufen schwillt die Huflederhaut an und verdr\u00e4ngt das\nHufbein irreparabel aus seiner normalen Lage, wenn\nman nicht sofort behandelt.\nIm Endeffekt hat ein Pferd mit abgesenktem Hufbein st\u00e4ndig Schmerzen\nund kann nur selten f\u00fcr reiterliche Belastungen genutzt werden.\nNaturheilkundliche Therapien k\u00f6nnen zwar die Stoffwechsellage und\nviele Symptome verbessern, aber nur in leichten F\u00e4llen und\nAnfangsstadien kann man die charakteristischen verk\u00fcrzten G\u00e4nge und\nLahmheiten beheben. \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Manuelle Therapien (Physiotherapie, Osteopathie)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei orthop\u00e4dischen Problemen kann man den Heilverlauf deutlich verbessern, wenn man mit einem Manualtherapeuten zusammenarbeitet. Vor allem bei R\u00fcckenproblemen sind osteopathische Behandlungen besonders erfolgreich, weil das gesamte Bindegewebe im Zusammenhang mit Organen und s\u00e4mtlichen Kreisl\u00e4ufen behandelt wird. Mit einem individuellen Trainingsprogramm k\u00f6nnen dann einzelne Muskelstrukturen gest\u00e4rkt und die Beweglichkeit insgesamt verbessert werden. Daher gehen in den meisten St\u00e4llen Osteopathen und Physiotherapeuten ein und aus, fangen aber h\u00e4ufig immer wieder von vorne an, weil die Ursachen f\u00fcr die R\u00fcckenprobleme nicht behoben werden. Normalerweise bekommt ein gut gymnastiziertes Pferd keine Probleme mit dem R\u00fccken, weil es seine Muskulatur jederzeit in einer Dehnungshaltung lockern kann. Im Prinzip handelt es sich um einen dynamischen Spannungsbogen: aktiv untertretende Hinterhand &#8211;  abgekipptes Becken &#8211; aufgew\u00f6lbter R\u00fccken &#8211; angehobener Widerrist &#8211; gedehnte Halslinie &#8211; offenes Genick. Ein Pferd, das nur in freier Haltung oder in Beiz\u00e4umung (Nase an der Senkrechten) geritten wird, muss fr\u00fcher oder sp\u00e4ter Probleme mit dem R\u00fccken bekommen, weil das Reitergewicht mit st\u00e4ndig angespannten Muskeln getragen werden muss. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>4.\nRichtige Dehnungshaltung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>R\u00fcckenkranke Pferde m\u00fcssen etwa alle zwei Tage dressurm\u00e4\u00dfig gearbeitet werden, m\u00f6glichst im h\u00f6heren Ausbildungsstand, weil dadurch pathologische Ver\u00e4nderungen an Wirbels\u00e4ule und Bandscheiben dauerhaft kompensiert werden. Je mehr Muskulatur, desto effektiver kann man vorhandene Defizite ausgleichen. Auch im Gel\u00e4nde sollte man in Dehnungshaltung reiten, damit die Schrittphasen nicht mit R\u00fcckenverspannungen absolviert werden. Jeder (auch unerfahrene) Reiter erlernt in wenigen Wochen das \u201eVorw\u00e4rts-Abw\u00e4rts-Reiten\u201c im Leichttraben, mit einem Reitlehrer auch h\u00f6here Dressurlektionen, damit die R\u00fcckenmuskulatur gezielt gest\u00e4rkt wird. \u00dcberl\u00e4sst man das Gymnastizieren einem Berufsreiter, muss allerdings sichergestellt sein, dass der das Pferd wirklich \u201e\u00fcber den R\u00fccken\u201c reitet. Grunds\u00e4tzlich sollte das Pferd so ausgebildet werden, dass es vom Besitzer problemlos nachgeritten werden kann. Das bedeutet, die sechs Punkte der Ausbildungsskala m\u00fcssen derart gefestigt sein, dass es auch unter einem schw\u00e4cheren Reiter im Takt und losgelassen \u201e\u00fcber den R\u00fccken\u201c l\u00e4uft und die Anlehnung an die Reiterhand sucht. Nach einiger Zeit entwickelt das Pferd mehr Dehnungsf\u00e4higkeit und Kraft in der Hinterhand- und R\u00fcckenmuskulatur und kann immer besser in allen Gangarten durchschwingen.  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>5. Korrekte Dressurarbeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Idealfall wird das Pferd gleichzeitig therapiert und optimal (korrektur-)geritten, bis sich die Therapien er\u00fcbrigen. Die oft empfohlene Longenarbeit ist keine Dauerl\u00f6sung bei R\u00fcckenproblemen, denn das Pferd muss sich definitiv mit Reitergewicht und aufgew\u00f6lbtem R\u00fccken ausbalancieren. Durch regelm\u00e4\u00dfige Dehnungs- und Kr\u00e4ftigungs\u00fcbungen werden sukzessive die Bauch-, R\u00fccken- und Hinterhandmuskeln st\u00e4rker und tragf\u00e4higer gemacht. Auch reine Freizeit- und Gel\u00e4ndepferde sollte man ausreichend gymnastizieren, indem man mindestens zwei Mal in der Woche alle gro\u00dfen Muskelgruppen derma\u00dfen beansprucht, dass sie einen h\u00f6heren Dehnungsgrad erreichen und durch die Neubildung von Muskelzellen mehr Kraft umsetzen k\u00f6nnen. Dabei bringt es wenig, Hufschlagfiguren willk\u00fcrlich aneinanderzureihen, etwa ein paar Zirkel im Trab, ein paar Runden im Galopp usw. Stattdessen reitet man eine ca. halbst\u00fcndige L\u00f6sephase (auf gro\u00dfen gebogenen Linien in allen Gangarten) mit einer anschlie\u00dfenden \u00dcbungseinheit. Die  Muskulatur wird in der L\u00f6sephase vorbereitet und in der Arbeitsphase gezielt aufgebaut: durch die (ausgesessene) Trabarbeit auf engeren gebogenen Linien, durch \u00dcberg\u00e4nge zwischen den einzelnen Gangarten und durch Seiteng\u00e4nge. Insgesamt sind es im weitesten Sinne Versammlungs\u00fcbungen, denn das Pferd wird dazu gebracht, immer mehr Last mit der Hinterhand aufzunehmen. Dabei sind regelm\u00e4\u00dfige Schrittpausen notwendig, damit auch ein (noch) nicht r\u00fcckenkrankes Pferd die angestrengte Muskulatur entspannen kann. (Abb. 17-fehlendes Untertreten)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>6.\nKeine \u201eRollkur\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Besonders im gro\u00dfen Sport sieht man tierqu\u00e4lerische Methoden, ein Pferd in Dressurhaltung zu reiten. In einer \u201eRollkur\u201c wird das Pferd in eine extreme Beiz\u00e4umung mit dem Kinn in Brustn\u00e4he gezwungen, und zwar mit grober Handeinwirkung, Hilfsz\u00fcgeln und scharfen Gebissen, damit es sich nicht traut, die Arbeitshaltung eine Sekunde aufzugeben. Die k\u00f6rperlichen Folgen reichen von Schmerzen in Genick, Hals und R\u00fccken, blau-angelaufenen Zungen bis zu ausgerenkten Unterkiefern. Nach wie vor gibt es Dressurrichter, denen die \u00e4u\u00dfere Haltung eines Pferdes wichtiger ist als die Methode, mit der sie herbeigef\u00fchrt wurde.  Gleichzeitig ist der Markt an Hilfsz\u00fcgeln und Ausbildungshilfsmitteln praktisch unersch\u00f6pflich, wenn es darum geht, ein Pferd in k\u00fcrzerer Zeit auszubilden oder etwaige M\u00e4ngel m\u00f6glichst schnell zu beheben. Man findet die abenteuerlichsten \u201eKorrekturgeschirre\u201c, die das Pferd in die \u201erichtige\u201c Haltung zwingen und gleichzeitig die Hinterhand zum Untertreten veranlassen sollen. In Wahrheit werden die Pferde ohne muskul\u00e4re Vorbereitung \u201everschn\u00fcrt\u201c und nehmen unter Schmerzen die erw\u00fcnschte Haltung ein. Eine korrekte Dressurarbeit, um das Pferd rittig, durchl\u00e4ssig und lange gesund zu erhalten, verlangt Zeit und Geduld, vor allem wenn  vers\u00e4umte Ausbildungsabschnitte nachgeholt werden.  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>7. Gen\u00fcgend vorw\u00e4rts reiten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten reiten allerdings nicht gen\u00fcgend vorw\u00e4rts, denn je konsequenter das Pferd zum Untertreten aktiviert wird, desto weniger muss man mit den H\u00e4nden die Dehnungshaltung herbeif\u00fchren. Stattdessen wird h\u00e4ufig unter Tempo geritten, also best\u00e4ndig langsamer als der eigentliche Takt des Pferdes. Das Ziel der Versammlung ist die Lastaufnahme der Hinterhand und nicht das Reiten in verk\u00fcrzten G\u00e4ngen. Daher \u201eschleichen\u201c die Pferde mit schleppenden Hinterf\u00fc\u00dfen und zeigen alle Lektionen \u201eauf allen vier Beinen\u201c, weil die tats\u00e4chliche Kraft der Hinterbeine nicht zunimmt. Gleichzeitig geht das Pferd niemals in Dehnungshaltung und bekommt bald gesundheitliche Probleme. So trifft man auf (scheinbar) weit ausgebildete Pferde, die schwerste Lektionen \u201eim Schleichgang\u201c absolvieren, aber hartn\u00e4ckige Verspannungen und R\u00fcckenprobleme haben. Stattdessen sollte das Pferd solange in Dehnungshaltung flei\u00dfig vorw\u00e4rts geritten werden, bis es minutenlang in Aufrichtung gehen kann, ohne auf der Hand zu liegen. Diese Selbsthaltung ist ein wichtiges Indiz f\u00fcr tats\u00e4chliche Muskelkraft, denn das Pferd ist nun in der Lage, den Reiter ohne Muskelverspannung zu tragen. Ein guter Ausbilder steigert die Zeit der Dressurhaltung allm\u00e4hlich und sorgt immer wieder f\u00fcr Entspannung der R\u00fcckenmuskeln (durch Pausen am hingebenen Z\u00fcgel oder in Dehnungshaltung).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"724\" src=\"https:\/\/ubachner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/17-fehlendes-Untertreten-2-1024x724.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-396\" srcset=\"https:\/\/ubachner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/17-fehlendes-Untertreten-2-1024x724.gif 1024w, https:\/\/ubachner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/17-fehlendes-Untertreten-2-300x212.gif 300w, https:\/\/ubachner.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/17-fehlendes-Untertreten-2-768x543.gif 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>8. Lahmheit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Akut auftretende Lahmheiten k\u00f6nnen etwa durch Verletzung, Zerrung (von B\u00e4ndern oder Sehnen), Prellung (von Gelenken) oder H\u00e4matom (auf festen Bindegewebsstrukturen) auftreten. Eine reine Schmerzausschaltung ist nicht immer f\u00f6rderlich, denn das Pferd wird die verletzten K\u00f6rperstrukturen nicht schonen und damit die (vollst\u00e4ndige) Genesung verz\u00f6gern oder verhindern. Grunds\u00e4tzlich sollte man den Freilauf beibehalten, auch bei Sehnenzerrungen, weil nach der Boxenruhe die Gefahr der erneuten \u00dcberlastung sehr gro\u00df ist. Auf das Reiten sollte man allerdings bei allen Lahmheiten verzichten, und zwar bis zu einer mehrt\u00e4gigen Lahmfreiheit. Wenn man den Heilprozess sofort naturheilkundlich unterst\u00fctzt, verk\u00fcrzt sich die Regenerationszeit erheblich. Sp\u00e4testens wenn der Verdacht eines chronischen Schadens besteht (Arthrose), kann man mit einer Bioresonanztherapie vorhandene Autoimmunprozesse korrigieren und eine st\u00e4ndige Verschlimmerung aufhalten. Manchmal liegen auch Hufabszesse vor, die erst ab einer gewissen Gr\u00f6\u00dfe lokalisiert und von Schmied oder Tierarzt er\u00f6ffnet werden k\u00f6nnen. Auch Huflederhautschwellungen und Hufrehe kommen viel h\u00e4ufiger vor als gemeinhin angenommen, denn die betroffenen Pferde zeigen nicht die typischen Symptome, laufen aber verhalten. Eine naturheilkundliche Therapie kann hier viel erreichen, denn Stoffwechsellage, Durchblutungsverh\u00e4ltnisse und lokale Strukturen werden behandelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. mehr Schrittbewegung Wenn man ein Pferd mit orthop\u00e4dischen Problemen hat, kommt man um eine gro\u00dfz\u00fcgige Offenstall- oder Paddockboxenhaltung nicht herum. 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